Radiologische Sicherheit für den Wiederaufbau in der Ukraine

Fachkräfteschulung zur Bewertung radioaktiver Risiken in der Ukraine gestartet: Wissensvermittlung und Technologietransfer durch G.E.O.S.

Im Rahmen des DeveloPPP Förderprogramms des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) starteten G.E.O.S. und die IAF Radioökologie GmbH kürzlich mit einem Projekt zum Wissens- und Technologietransfer für die Bewertung radioaktiver Strahlenquellen in der Ukraine. Das Projekt „Radiation protection for the redevelopment of infrastructure in Ukraine“ wird von der DEG Impulse kofinanziert.

Es zielt darauf ab, ukrainische Fachkräfte in der Erkennung, Charakterisierung und Beseitigung radioaktiver Kontaminationen zu schulen.

Die industrielle Infrastruktur der Ukraine ist von der russischen Aggression stark betroffen. Eines der drängendsten Probleme sind die Sicherheitsrisiken für die Bevölkerung, besonders dann, wenn radioaktive Materialien und Quellen im Spiel sind. Die Ukraine ist nicht in der Lage, die radioaktive Kontamination in potenziell betroffenen Gebäuden und Böden, wie z. B. die Hinterlassenschaften der früheren Uranproduktion und des Kernenergiesektors, angemessen zu überwachen. Auch radioaktive Quellen für Medizin und Industrie, die in den Trümmern verloren gehen, geplündert oder geschmuggelt werden könnten, sind schwer zu lokalisieren, zu bergen und zu sichern. Diese stellen ein potenziell tödliches Risiko dar. Die Minderung dieses Risikos ist eine Voraussetzung für den Wiederaufbau der ukrainischen Wirtschaft.

 

 

Projektziele und Schulungsinhalte: Wissensaustausch und Expertenausbildung im Strahlenschutz

Die Strahlenschutzexperten von G.E.O.S. gewährleisten zusammen mit ihrem Projektpartner eine hochwertige Ausbildung in Untersuchungsmethoden, Feldklassifizierung, Laborverfahren und zum sicheren Umgang mit radioaktivem Material beim Wiederaufbau. Die Fachkräfte aus der Ukraine werden online geschult.

Das Projekt umfasst folgende Themen:

  • Bewertung der Anzahl und der möglichen Lokalisierung verlorener radioaktiver Quellen in der Ukraine
  • Schulungen in Untersuchungsmethoden für potenziell radioaktiv kontaminierte Gebiete
  • Schulungen zur Charakterisierung und sicherheitsrelevanten Klassifizierung von Wiederaufbaugebieten industrieller Infrastruktur
  • Know-how-Transfer von Labor- und Charakterisierungsverfahren zur Standortcharakterisierung, angepasst an die Gegebenheiten der Nachkriegsukraine und den Umgang mit radioaktiven Stoffen

Das Projekt bewirkt einen direkten und bedeutenden Wissens- und Technologieaustausch in den Bereichen Gesundheit und Bauwesen. Der Strahlenschutz und die Sicherheit für die Bevölkerung beim Wiederaufbau von Gebäuden und Geschäftsbereichen werden durch qualifizierte Mess- und Räumverfahren für potenziell kontaminierte Gebiete in der Ukraine deutlich erhöht.