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Förderbescheid für das Geothermieforschungsprojekt Dolomitkluft

Forschungsprojekt Dolomitkluft

Ab 01.05.2016 forscht G.E.O.S. mit den Partnern

  • EnexGeothermieprojekt Geretsried Nord GmbH & Co. KG (ENEX)
  • Leibniz Institut für Angewandte Geophysik Hannover (LIAG)
  • Geothermie Neubrandenburg GmbH (GTN)
  • Technische Universität München (TUM)

an dem durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Forschungsprojekt Dolomitkluft.

Gesamtziel des Verbundvorhabens ist die Erhöhung der Erfolgsaussichten bei der Exploration und Erschließung geothermischer Reservoire zur Wärme- und Stromerzeugung vor allem im westlichen und südwestlichen bayerischen Molassebecken, wo bisher keine erfolgreichen Geothermieprojekte realisiert werden konnten. Daher soll ein Erschließungskonzept entwickelt und mit belastbaren Ergebnissen aus der angewandten Forschung hinterlegt werden, um das geothermische Potential des südlichen Molassebeckenswirtschaftlich nutzbar zu machen.

Die bereits vorhandene Bohrung Geretsried GEN-1 hat den Malm in ungestörten Dolomiten aufgeschlossen. Die somit vorhandenen Daten inkl. der geophysikalischen Erkundungsdaten (3D-Seismik) sollen auf das Erschließungsziel Kluftzonen neu bewertet werden. Zudem soll ein Sidetrack in die „gestörten“ Dolomite gebohrt und das Reservoir durch ein intensives Begleitprogramm untersucht werden. Es soll somit gezeigt werden, dass klüftige Dolomite des tieferen Malms im Bereich von Störungen für eine wirtschaftliche geothermische Nutzung geeignet sind. Darüber hinaus soll die Eignung des Speichergesteins und der Störungszone im Labor und über Modellierungen getestet werden, inwieweit bzw. um wie viel die Produktivität durch geeignete Stimulationsmaßnahmen (EGS) erhöht werden kann. Dieser Aspekt ist für eine Nicht- oder Teilfündigkeit oder eine zukünftige Feldeserweiterung für das gesamte südliche Molassebecken wichtig.

Die Arbeitsschwerpunkte von G.E.O.S. innerhalb des Forschungsprojektes werden dabei in den folgenden Schwerpunkten liegen: 

  • Entwicklung eines Geschwindigkeitsmodells für das Untersuchungsgebiet und dessen Umfeld als Grundlage für eine belastbares Tiefenwandlung auf der Grundlage einer neuen VSP-Messung
  • Prüfung und Präzisierung des geologischen Modells vor-, insbesondere während und schließlich auch nach der Bohrphase.
  • Die Simulation der Strömungs- und Wärmetransportprozesse im Reservoir unter Berücksichtigung der möglichen und plausiblen Bandbreiten der Permeabilitäten von Störungen, Zerrüttungszonen und Matrixbereichen mit Petrel/Eclipse im Vergleich zu Feflow, OpenGeoSys und COMSOL
  • Erweiterung des im Forschungsvorhaben GEOFÜND entwickelten Bohrlochsimulators G.E.O.S.I.M. um den Temperaturverlauf während des Bohrprozesses zu simulieren